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Pressebericht HSG OK - SG Kuchen-Gingen

Bericht zum Spiel HSG OK - SG Kuchen-Gingen aus der HZ vom 07.02.2011

von ANDREAS PRÖBSTLE

Eine Wundertüte namens HSG

Der Vergleich mit einer Wundertüte drängt sich förmlich auf: Man weiß nie, was man in dieser Spielzeit zu sehen bekommt bei den Spielen der HSG Oberkochen/Königsbronn – diesmal einen verdienten 33:29-Erfolg gegen den Tabellenzweiten von der SG Kuchen/Gingen.

 

Gerade einen Zähler hatte die HSG seit Jahreswechsel verbuchen können – eine wenig optimistisch stimmende Bilanz. Und nun ging es gegen den Tabellen- zweiten, eine athletische, enorm physische Mannschaft, die sogar den unangefochtenen Spitzenreiter Blaustein bezwungen hatte: Es gibt Vorzeichen, die eindeutiger auf Sieg zu stehen scheinen.

Jedoch, die Antwort auf die Frage nach dem Sieger wird immer noch auf dem Spielfeld gegeben. Und hier erfreute die HSG ihren Anhang zunächst einmal mit einer 3:1-Führung – Jan Huep hatte zu diesem Zeitpunkt bereits vier-mal grandios reagiert und seine Vorderleute inspiriert. Auch vom 3:5 nach acht Minuten ließ man sich nicht entmutigen und glich zum 5:5 aus, den neuerlichen Rückstand (5:7, 13.) verwandelte man binnen vier Minuten in eine 9:8-Führung – spätestens jetzt war jedem klar, dass man eine realistische Chance haben würde.

Zwar gehörte das letzte Drittel in spielerischer Hinsicht wieder den Gästen, die vornehmlich über den pfeilschnellen Steck (acht Treffer) einen Tempogegenstoß nach dem anderen ins Ziel brachten. Aber die HSG hielt dagegen, brachte ihre Mittel ins Spiel, die da hießen Kampf, Kampf und nochmals Kampf. Und so war beim 14:15-Pausenstand noch gar nichts passiert.

Das sollte dann nach Seitenwechsel geschehen. Die knapp 300 Fans wollten ihren Augen kaum glauben: Es war tatsächlich ihre HSG, die einen Treffer nach dem anderen erzielte und in der 35. Minute durch ein Trick-Tor des vor Spielfreude nur so sprühenden Claudius Macher mit 18:15 in Führung ging.

Zwar hielt die SG dagegen, verkürzte auf 18:17 (37.). Doch die Hausherren ließen sich nichts vormachen, spielten sich in einen achtminütigen Rausch, den Pitschen mit einem herrlichen Heber zum 24:20 in der 45. Minute krönte.

Den möglichen Erfolg vor Augen, schien der HSG nun aber zusehends die Luft auszugehen. Die Gäste witterten Morgenluft, spielten ihre überlegene Kondition aus und verkürzten Tor um Tor, während sich bei der HSG Verzweiflungswürfe und auch Holztreffer häuften. Und als in der 51.Minute gar das 25:26 fiel, da schien sich die Partie zu drehen.

Das schien aber nur so, denn nun warf Häring seine ganze Wurfkraft in die Waagschale, markierte zum wiederholten Male einen sehenswerten Rückraumtreffer. Schramek bediente Rieger zum 27:26, und der nervenstarke Trittler verwandelte den ersten von drei Siebenmetern zum 28:26. Diese Führung ließen sich die HSGler nicht mehr nehmen, zu- mal in dieser Phase der für Jan Huep gekommene Alexander Macher mit mehreren Paraden glänzte. Auch von aller aufkommenden Hektik ließ man sich nicht mehr anstecken, sondern behielt die Nerven: Und mit dem 31:27, das Trittler per Strafwurf in der 58. Minute erzielte, war die Entscheidung gefallen, der Rest bis zum 33:29-Endstand war nur noch Formsache.

Es bleibt abzuwarten, ob die HSG diese Form und vor allem diese kämpferische Einstellung in den nächsten Spielen konservieren kann. Denn sollte das gelingen, dann könnte man den fast schon außer Reichweite geglaubten Relegationsplatz vielleicht doch noch einmal ins Visier nehmen.

HSG – SG Kuchen/Gingen 33:29 (14:15) HSG: Jan Huep, Alexander Macher; Marc-Oliver Huep, Fähnle (3), Häring (6), Claudius Macher (2), Pitschen (6), Rieger (3), Schmidt (6), Schramek (2/1 Siebenmeter), Trittler (5/3), Frey

Siebenmeter: HSG 4/4, SG 5/4

Zeitstrafen: HSG 5 (Schramek 2, Frey Schmidt, Rieger), SG 4

Schiedsrichter: Giese (Ostfildern) und Schmidt (Wolfschlugen)

Zuschauer: 300

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